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Jakobus 1, 28

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Liebe Leserin und lieber Leser, Du schaffst das! Auf dem Fensterbrett in meinem Arbeitszimmer steht eine Postkarte mit diesen drei Worten. Unter den Worten ist ein Elefant zu sehen. Er balanciert über ein Seil. Auf humorvolle Weise macht er mir Mut: Wenn ich über ein Seil gehen kann, dann kann es bei dir keine Situation geben, in der nicht gilt: Du schaffst das! Mich erinnert die Karte an meine Mutter, die mir in wesentlichen Situationen diesen Satz gesagt hat. Vor dem Examen zum Beispiel. Dann, wenn ich an mir zweifelte. Wie gut, wenn mir jemand etwas zutraut. Das motiviert mich. Das macht mir Mut. Jakobus, ein Christ aus dem 2. Jahrhundert, hat das auch geglaubt. Er war sich sicher, dass Gott uns etwas Wundervolles eingepflanzt hat. „Einpflanzen“ – im Keimling, den man einpflanzt, steckt die ganze Pflanze. Eine Art Gottessegen, das dem Menschen hilft, ein gutes, freundliches, friedliches Leben zu leben. Er hat geglaubt, dass die Worte Jesu sich so im Menschen verwurzeln und wie eine Pflanze wachsen und blühen. Und dann entfaltet sich eine Gemeinschaft, die allen Menschen hilft. Aber schon damals hat das nicht funktioniert. Jakobus hat mit seinem Brief Gemeinden im Blick, denen die Spannkraft fehlt. Der Blick auf den Nächsten scheint an vielen Stellen verloren gegangen zu sein. Darum ermutigt er die Christinnen und Christen: Seid Täter des Wortes und nicht Hörer allein, sonst betrügt ihr euch selbst. Wer will ich gewesen sein? – Haben Sie sich schon einmal diese Frage gestellt? Wer will ich gewesen sein: Stellen Sie sich vor, Sie sind alt und blicken zurück auf Ihr Leben. Wer waren Sie? Sind Sie geworden, was Sie sein wollten? Sind Ihre Träume in Erfüllung gegangen? Was haben Sie erreicht? Für sich und für andere. Was war Ihnen wichtig? Konnten Sie es leben? Wer will ich gewesen sein? – diese Frage kann mir helfen, herauszufinden, was heute meine Aufgabe ist. Was ich heute in die Tat umsetzen will. Und mit dem, was ich tue, kann ich meinen Träumen und Zielen entgegen wachsen. Wer will ich gewesen sein? Die Frage hat etwas damit zu tun, was in uns steckt. Und damit, was andere uns zutrauen, das in uns steckt. Du schaffst das! Seid Täter des Wortes und nicht Hörer allein, sagt Jakobus, sonst betrügt ihr euch selbst. Du musst nichts darstellen, was du nicht bist. Du musst weder dich selbst noch andere täuschen. Gott hat sein Wort in dich hinein gepflanzt. Du musst ihm nur Raum geben zum Wachsen. Es ist gut, wenn wir uns dazu gegenseitig ermutigen. Dafür ist Gemeinde nämlich da.

Es grüßt Sie herzlich Ihre
Pastorin Petra Stork
September 2023