3.    Das Bild vom Kind

Die Gesellschaft, in der unsere Kinder heute aufwachsen, ist leistungsorientiert. Im Gegensatz zum (schulischen) "Lernen“ hat "Spielen" oft nur einen geringen Stellenwert. Dabei bringt jedes Kind von Natur aus ein Potential an individuellen Anlagen mit auf die Welt und entwickelt diese im Spiel, das durch Neugier und eigenen Antrieb gesteuert wird, kontinuierlich weiter. Im Spiel zeigt sich das Kind stets forschend, fragend, neugierig, wissbegierig, spontan, kreativ und mitteilend.
Die aufmerksame, respektvolle und wertorientierte Haltung des pädagogisch tätigen Personals den Kindern gegenüber, die Möglichkeiten für Kinder, sich auszuprobieren, ihre Neugier auszuleben und die anregende Gestaltung der Räumlichkeiten sind Voraussetzungen für diese positive Selbstbildung der Kinder.
Das Kind als Akteur seiner Entwicklung braucht vielfältige und unterschiedlichste Spiel- und Erfahrungsmöglichkeiten, die es nach seinen Vorstellungen nutzen und verändern kann.
Dies geschieht in einer Umgebung, in der sich das Kind in seiner gesamten Persönlichkeit angenommen fühlt, sichere und vertrauensvolle Bindungen eingehen kann und ein Gegenüber findet, an dem es wachsen kann.

3.1. Die Rolle der Erzieherin  

Die Erzieherinnen nehmen die momentanen Bedürfnisse und Wünsche der Kinder wahr und berücksichtigen diese bei der Planung und Durchführung der täglichen Arbeit. Sie lassen Freiraum für die Entwicklung jedes Kindes, begleiten es, unterstützen und fördern es, wo es Hilfe braucht.
Das Mitspielen ist immer ein bewusster Prozess, um Kinder zu fordern, gleichzeitig zu fördern und um sie mit Kontaktschwierigkeiten in die Gruppe zu integrieren.
Besonders der Wechsel von der Gruppe der unter 3-jährigen in eine Gruppe der 3-6-jährigen kann nur dann den Kindern Sicherheit vermitteln, wenn sowohl die Räumlichkeiten, das Personal und auch die anderen Kinder zum Alltag gehören und Kontakte schon früh genug angebahnt werden. Dies setzt eine hohe Bereitschaft im Team voraus, sich mit den Kindern und ihren individuellen Bedürfnissen auseinander zu setzen.

3.2. Die Rechte der Kinder

Die Kinderrechte sind in den UN-Kinderrechtskonventionen am 20.11.1989 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet und heute von den meisten Staaten der Erde ratifiziert worden. Wir nennen die zehn für uns wichtigsten Kinderrechte:

  • 1.    Alle Kinder auf der Welt haben die gleichen Rechte
  • 2.    Kinder haben das Recht zu lernen und in die Schule zu gehen
  • 3.    Kinder haben das Recht auf elterliche Fürsorge
  • 4.    Kinder haben das Recht sich zu informieren, gehört zu werden und zu demonstrieren
  • 5.    Kinder haben das Recht auf eine Erziehung ohne Gewalt
  • 6.    Kinder haben das Recht auf Spiel und Freizeit
  • 7.    Kinder haben das Recht gesund aufzuwachsen
  • 8.    Kinder haben das Recht auf Schutz vor Ausbeutung
  • 9.    Kinder haben das Recht auf Schutz vor Kriegen und auf der Flucht
  • 10.  Behinderte Kinder haben das Recht, betreut und gefördert zu werden

Diese Rechte werden im täglichen Umgang mit den Kindern beachtet und gelebt.

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