Geschichten mit und aus der Horner Stadtkirche – hier kommt die Fortsetzung, wir suchen aber noch weitere
Ein Besuch bei Fritz Nolte war für mich eine nahezu unerschöpfliche Quelle von Erinnerungen aus Horn, die zumeist auch um die Stadtkirche kreisten.
Einen Teil von ihnen möchte ich Ihnen hier weitergeben und mich mit einem Set von Baumwolltasche und Gemüsebeutel sehr herzlich bei Fritz Nolte bedanken. Die Stunden bei ihm haben mir vielfältige Einblicke in das Leben in Horn aus früheren Zeiten ermöglicht.

Die erste Geschichte kreist um die Konfirmandenzeit sowie den damaligen Kirchendiener namens Bunte. Unter seiner Aufsicht waren damals die Konfirmanden jeweils zu dritt eingeteilt, um die Glocken der Horner Kirche zu läuten. Zwei hatten sich eines Tages abgesprochen und ließen gleichzeitig das Seil los. Die Folge war, Fritz Nolte konnte, klein und schmächtig, wie er damals war, den Schwung der Glocken alleine nicht auffangen, er „sauste nach oben“, wie er selbst erzählte, sicherlich unter dem Gelächter der Umstehenden.
Eine zweite Erinnerung ist das Schützenfest des Jahres 1971, es wurde am 23. Juni gefeiert, und wird, so Fritz Nolte, sicherlich allen Beteiligten in Erinnerung bleiben. Denn gerade als sich der Zug in Bewegung setzen wollte, brach ein heftiges Gewitter los. Ein richtiges Unwetter. Die gesamten Schützen, die sich zum Zug aufgestellt hatten, einschließlich der Musikkapellen, flüchteten sich in die Horner Stadtkirche. Dort warteten sie dicht gedrängt „wie die Sardinen in der Büchse“ das Ende des starken Unwetters ab. Ein denkwürdiger Tag, in der das „Kirchenasyl“ in ganz anderer Weise gesucht und genutzt wurde.

Eine weitere Erinnerung, die in der Katechumenenzeit von Fritz Nolte spielt, in der der kirchliche Unterricht bei Pastor Finke in der Turmschule abgehalten wurde, ist folgende winterliche Geschichte, in der während des Unterrichts plötzlich Schneebälle ins geöffnete Fenster flogen. Die Reaktion war offenbar heftig, die beiden Urheber, beide inzwischen „langgediente Posaunenchorbläser“, mussten beim erzürnten Pastor antreten, der sogar die Feier der Konfirmation infrage stellte. Nur unter einer Bedingung konnte sie dennoch erfolgen: Die beiden „Übeltäter“ mussten von nun an jeden Sonntag zum Gottesdienst erscheinen, was augenscheinlich gelang, denn konfirmiert werden die beiden wohl sein.
Später, als Fritz Nolte nun selbst im Posaunenchor spielte, gab es einen Mitbläser, der die Angewohnheit hatte, immer wieder zu spät zur Chorprobe zu erscheinen. Gut, dass damals die Tür im Chorraum der Horner Stadtkirche noch geöffnet war. Denn durch diese konnte er ohne großes Aufsehen zu erregen auf seinen freigehaltenen Platz in der Reihe der Bläser huschen. Fast schade, dass sich hinter dieser Tür heute kein Durchgang mehr, sondern ein Abstellraum verbirgt. Aber die Chorproben sind ja heutzutage auch meist im Gemeindehaus …

Wenn Sie solche und ähnliche Erinnerungen an die Horner Stadtkirche haben, mir heitere, aber auch ernste Geschichten weitergeben möchten, freue ich mich nach wie vor auf ihren Brief, ihre E-Mail oder auch Ihren Anruf. Es gibt noch genügend Baumwoll- und Gemüsebeutel mit dem Kirchenlogo darauf, die dann zu gewinnen sind.
In der nächsten Ausgabe des Gemeindebriefs wird die Reihe mit Geschichten von Gisela Neese fortgesetzt. Seien Sie gespannt! Und „kramen“ Sie doch ebenfalls einmal in Ihren Erinnerungen!
Ihr Pfarrer Matthias Zizelmann