Neben der Kirche in Horn sind die Externsteine eine der alten Predigtstellen in Horn. Sie haben eine bewegte Geschichte hinter sich - als Einsiedelei, d.h. kleines Kloster spätestens seit dem 11. Jahrhundert; vielleicht als Wallfahrtsort für Jerusalemwallfahrer, nach der Reformation als Gefängnis und als Jagdschloss.
Mit viel Erfolg haben die Nationalsozialisten eine Idee aus der Romantik aufgenommen: die Externsteine als heidnisches Heiligtum. Sie haben Grabungen unternommen - allerdings ohne den Nachweis, dass sich dort ein heidnisches Heiligtum befand, erbringen zu können. Die Idee haben sie allerdings in den Köpfen festgesetzt. Und so wabern verschiedene Vorstellungen davon, was hier einmal gewesen ist, durch die Köpfe: Kraftort, Sonnenheiligtum, Irminsul, Sternwarte.
Heute ist die Externsteine ein beliebtes Ausflugsziel - und für uns als Kirchengemeinde vor Ort eben ein Ort, an dem an die Geschichte Jesu erinnert wird.


Im Mittelpunkt steht dabei das mittelalterliche Kreuzabnahmerelief. Es ist eventuell Teil der Wallfahrtsanlage, die einmal die heiligen Stätten in Jerusalem nachbilden sollte. Jerusalem galt der damaligen Zeit als Mittelpunkt der Welt. Als Ur- und Zukunftsbild einer Stadt (das himmlische Jerusalem) hat sie die Städtegründungen des Mittelalters mit inspiriert. Und Jerusalem war der zentrale Wallfahrtsort der Christenheit - als Ort des Sterbens und Auferstehens Jesu. So begann man heilige Gräber als 'Kopien' vor Ort zu schaffen. Das vielleicht älteste Zeugnis davon ist die Anlage der Externsteine.

Zwei Kapellen haben die Externsteine.
Die obere ist über die Brücke zu erreichen. In der angedeuteten Apsis findet sich der tragende Fuß des Altars mit einer kleinen Vertiefung für ein Reliquienkästchen. Die Tischplatte ist nicht mehr vorhanden. Über dem Altar ein Kreisloch. Mit ihm ist die Bestimmung der Sonnenwende möglich.
Die untere Kapelle ist ein Höhle in der Externsteinen. Sie ist nicht zugänglich. Ihre Eingänge liegen neben dem Relief. Links neben dem Eingang findet sich wahrscheinlich eine Figur des Petrus. In der Kapelle findet sich im Boden eine Eintiefung. Ihre Funktion ist nicht klar. Es könnte eine Zisterne gewesen sein. In der Kapelle findet sich die Weiheinschrift aus dem Jahre 1115.

Vor dem Kreuzabnahmerelief befand sich ursprünglich ein Altartisch, linker Hand findet sich der Rest eines Kanzelfußes (?). Direkt hinter dem Relief war ursprünglich das 'Heilige Grab'. Es wurde später an den Fuß der Externsteine verlegt und war direkt vom Kreuzabnahmerelief über eine Treppe zu erreichen. Es erinnert an das leere Grab Jesu in Jerusalem.