Wieder einmal beginnt sie, die Adventszeit als Zeit der Vorbereitung und großer Erwartung des Weihnachtsfestes. Jedes Jahr erwarten wir Christinnen und Christen die Geburt Jesu in der Krippe.
Jedes Jahr erwarten wir Christinnen und Christen, dass Gott uns nahe kommen möge in seinem Sohn. Jedes Jahr erwarten wir mit Weihnachten eigentlich doch nichts anderes als eine Wende der Zeit. Wir erwarten Jesus als „Heiland, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids“. Wir erwarten Jesus Christus als den, der in diese Welt auf einem Esel einzieht und dem die Menschen zujubeln: „Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herren.“ Und jedes Jahr erwarten wir Christinnen und Christen mit Weihnachten, dass sich etwas ändert in unserer Welt. Riesengroß ist unsere Erwartung – Frieden soll werden auf der Erde. Liebe soll Hass überwinden. Statt Unrecht soll Recht an erster Stelle stehen. Unsere Erde als Gottes Schöpfung angesehen, soll von allen Menschen bewahrt und geschützt werden.
In diesem Jahr 2019 haben viele Menschen ihre Meinung deutlich kundgetan: So, wie es momentan ist, so kann es auf gar keinen Fall weitergehen.
Kinder und Jugendliche gehen in großen Demonstrationen jede Woche an vielen Orten weltweit für ihre Zukunft auf die Straßen. Sie bitten darum, dass die Erkenntnisse der Wissenschaft über den Klimawandel endlich in das Handeln der Gesellschaft umgesetzt werden. Sowohl von Menschen in Funktionen und Ämtern der globalen Wirtschaft als auch von jedem einzelnen Menschen in den Häusern hier in unserer Stadt Horn-Bad Meinberg.
Unsere Welt braucht diese optimistische Haltung der Erwartung. Diese Hoffnung auf eine Wende der Zeit. Jesus Christus als Sohn Gottes in einer Krippe verheißt: „Siehe, ich mache alles neu.“ Ohne Jesus Christus und seine Lebensgeschichte gäbe es Weihnachten nicht.
Nicht in jeder Situation und zu jeder Zeit aber ist es uns Menschen möglich, optimistisch und positiv in die Zukunft zu schauen und das Gute voller Hoffnung zu erwarten. Ohne einen Vorschuss an vertrauensvollem Glauben geht das oft nicht.
Dabei ist Glauben oft so etwas wie ein höherer Wert. Wer an seine Kraft glaubt, wendet sie an. Wer an die Liebe glaubt, sucht sie. Wer an Frieden glaubt, findet ihn. Und der Glaube an Gott ist höherwertiger als der Glaube an mich selber. Darin war Jesus Christus uns Menschen voraus, denn er wusste immer: Es ist letztlich nie meine eigene Kraft und mein Können, sondern es ist das Werk Gottes. Gott, dein Wille geschehe. Gott ist nie errechenbar. In der Jahreslosung 2020 ist dies in wenigen Worten zusammengefasst, die ein Mensch zu Jesus sagt: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben.“ (Markus 9, 24) Eine Aussage voller Vertrauen und hoffnungsvollem Optimismus. Die heißt so viel wie: Ich gehe und lebe mit Gottes Hilfe. Und Gott möge sich bitte meiner Zweifel annehmen.
Möge Sie und Euch alle diese vertrauensvolle Aussage über Gott begleiten und bestärken im neuen Jahr 2020.

Irmela Lutterjohann-Zizelmann