Religiöse Erziehung von Babys und Kleinkindern – geht das?

IMG 9775Es geht nicht um die große Theologie oder Auslegung von Bibelstellen, sondern um die grundlegende Darstellung eines lebensbejahenden Gottesbildes. Es geht um etwas besonders Wertvolles, es geht um die zarten Anfänge zu einer Beziehung zu Gott.

IMG 0583IMG 0586Wir möchten in den evangelischen Kindergärten dafür einen Nährboden bereiten. Wenn wir gemeinsam ein stabiles Fundament legen, hält man im späteren Leben Stürme und (Gegen-) Wind besser aus. Zunächst bilden Eltern ein wichtiges Fundament, indem sie erste Erfahrungen des Angenommenseins vermitteln und ein Urvertrauen in das Leben ermöglichen. Eine aufbauende, gelingende Bindung zu den Eltern, und später zu den Erzieherinnen stellen in der Werteerziehung eine Ausgangsbasis dar. Die Kinder erfahren durch die liebevolle Erfüllung ihrer Bedürfnisse und durch die Zuwendung, wie sich christliche Werte – Nächstenliebe, Toleranz, Unantastbarkeit der menschlichen Würde – anfühlen. Wir sehen hier das Erleben und das sinnliche Wahrnehmen im Vordergrund, denn Kleinkinder entdecken ihre Umwelt in vielen kleinen Wundern und empfinden so den Uranfang aller Religiosität, das Staunen. Hierbei möchten wir ihren Boden mit Achtsamkeit, Bindung, Geborgenheit und Vertrauen nähren. Kinder haben die begnadete Gabe, ihrem Gegenüber tief in die Augen zu blicken. Oft haben wir das Gefühl, sie können mit ihrer Intensität bis in unsere Seele schauen. Wir Erwachsenen haben diesen „Augen-Blick“ weitestgehend verloren und können, einer Studie zufolge, den Augenkontakt durchschnittlich nur 3,6 Sekunden halten. Da haben uns die Kinder einiges voraus. Die Augen sind eben auch ein „Fenster zur Seele“ und der Glanz in den Kinderaugen ist von unschätzbarem Wert. So wünschen wir uns noch viele Begegnungen, Situationen, Momente und Augenblicke, in denen wir mit „unseren“ / Ihren Kindern den göttlichen Funken in unserer Welt, in unserem Leben entdecken.IMG 0597

Marina Lühr
November 2016