Die Karte meiner Träume
Der zwölfjährige T(ecumseh) S(parrow) Spivet lebt mit seiner Familie auf einer Farm in Montana, im Nordwesten der USA. Nicht nur als Hobby, sondern beinahe als Lebensaufgabe betrachtet er seine Hauptbeschäftigung, die er sogar als Berufsbezeichnung im Familienstammbaum einträgt: T.S. kartografiert alles und jeden in seiner Umgebung, von seinem eigenbrötlerischen Vater, der die ‚Gute Stube‘ mit nostalgisch anmutenden Cowboy-Devotionalien bestückt, über seine herb-pragmatische Mutter, die tagtäglich Käfer untersucht, bis hin zur Navigation in automatischen Telefonsystemen („Wenn Sie Informationen über unsere Museen...") und der „Entstehung von Wurmlöchern in Iowa". Eines Tages erhält T.S. einen Anruf aus Washington: Das „Smithsonian Institute", die amerikanische Forschungseinrichtung schlechthin, beabsichtigt, T.S. für „herausragende Leistungen in der populären Vermittlung wissenschaftlicher Sachverhalte" (sprich: die Veröffentlichung seiner Zeichnungen in wissenschaftlichen Zeitschriften) zu ehren - ohne von dessen Alter zu wissen. T.S. begibt sich als blinder Passagier auf eine abenteuerliche Reise durch die Weiten Nordamerikas, ostwärts, gleichsam in Gegenrichtung zu den Routen der ersten Siedler.
Für Larsens Roman sollte man sich Zeit nehmen - das ungewöhnliche Layout mit Zeichnungen, Karten, Querverweisen, Tabellen und anderen Grafiken lädt zum Vor- und Zurückblättern ein und lässt den Leser eintauchen in die wundersame Welt eines Jungen, der vergangenen und gegenwärtigen Dingen mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln auf den Grund gehen will. (435 Seiten)
vorgestellt von Claudia Röhne
im September 2010
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