Evangelische Kirchengemeinde Bad Meinberg

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Jones, Gail: Perdita

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Gail Jones:
Perdita
1928 lernen sich Stella und der Kriegsinvalide Nicholas in Cambridge kennen. Zwei Jahre später kommt ihre Tochter Perdita in Australien zur Welt, wohin ihre Eltern ausgewandert sind. Perditas Kindheit ist von Einsamkeit und Sprachstörungen geprägt, die sie Zuflucht in Büchern suchen lässt: Gemeinsam mit ihrer Mutter, einer begeisterten Shakespeare-Leserin, stürzt sie sich auf die Literatur, denn „beim Lesen, beim stillen Lesen, fand ich Erlösung, erlebte einen Höhenflug". Perdita leidet unter der Gewalt, mit der ihr Vater Stella behandelt; sie sucht Trost und Verständnis beim Nachbarsjungen Billy und bei den Tieren der australischen Wildnis: Die Kängurus erscheinen ihr wie Symbole einer besseren Welt, indem sie „folgende Botschaft mitgebracht haben mochten: Die Welt ist auch still und ruhig und frei von Zusammenstößen; die Welt sind auch diese lieben, gutmütigen Wesen mit ihrem warmen, tröstenden Fell, denen es an nichts fehlt und die schweigen." Auch für das Aborigine-Mädchen Mary, das als Haushaltshilfe zur Familie kommt, empfindet Perdita große Zuneigung. Eines Tages wird Nicholas tot aufgefunden, erstochen in der eigenen Hütte. Als Mary sich zum Mord bekennt und verhaftet wird, bricht Perditas Welt zusammen... In atmosphärisch dichter, bildreicher Sprache verknüpft die Autorin das Schicksal einer Einwandererfamilie mit der unvorstellbar grausamen, ungerechten Behandlung der australischen Ureinwohner durch europäische Siedler. (252 Seiten)
vorgestellt von Claudia Röhne
im April 2010
 

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